Premium Eintrag

Gute Nacht!

Wer gut schläft, lebt gesünder

 

 

 

Hautkrebsvorsorge

Keine Zeit mehr verlieren!

 

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Zahl der neu diagnostizierten malignen Melanome laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) drastisch gesunken: Im Jahr 2020 wurden im Vergleich zum Vorjahr etwa ein Fünftel weniger Patienten mit schwarzem Hautkrebs diagnostiziert. Was zunächst nach einer guten Nachricht klingt, hat leider einen großen Haken, berichtet Lena Lammers, Oberärztin der Dermatologie an der Fachklinik Hornheide.


Es ist keineswegs so, dass die Zahl der Erkrankungen an schwarzem Hautkrebs abgenommen hat. Der Grund für den Rückgang diagnostizierter Fälle ist leider ein anderer: Aus Angst vor einer möglichen COVID 19-Ansteckung haben viele Patienten trotz auffälliger Muttermale die Hautarztpraxis nicht sofort aufgesucht oder ihre Krebsvorsorgetermine nicht wahrgenommen. Das zeigte eine Studie der Krankenkassen anlässlich des Weltkrebstages.

 

Verschleppte Erstdiagnosen


Als Folge dieses besorgniserregenden Verhaltens ist bei vielen Patienten im Hauttumorzentrum der Fachklinik Hornheide eine verschleppte Erstdiagnose zu beobachten. 45 Prozent aller Patienten, die sich im ersten Corona-Jahr 2020 mit einem Melanom der Haut in der Fachklinik vorgestellt hatten, wiesen bereits einen Mitbefall der Lymphknoten auf, nach Feststellung von Dr. Schulze ein Anstieg um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2019 ohne Corona. Derartige Diagnoseverzögerungen können für die Patienten mit erheblichen Nachteilen wie erhöhte Morbidität und Mortalität verbunden sein. Dieser Trend hat sich im ersten Halbjahr 2021 fortgesetzt.

 

Gute Behandlungserfolge bei Früherkennung


Da ein dauerhafter Behandlungserfolg vom Stadium der Erkrankung, konkret: von einer frühen Diagnose abhängt, ist die Prognose für Patienten, bei denen sich bereits Lymphknotenmetastasen gebildet haben, deutlich schlechter. Dank guter Früherkennungsmaßnahmen können in Hautarztpraxen mehr als 90 Prozent aller Melanome bereits in einem frühen Stadium ohne erkennbare Metastasierung diagnostiziert und – entscheidend für die Heilungschance – frühzeitig behandelt werden. Seit 2008 ist das Hautkrebs-Screening für gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre kostenlos.

 


Hautveränderung selbst einschätzen mit den „3 Fs“


Die Deutsche Krebsgesellschaft warnt deshalb: Das Risiko, das von einer zu spät erkannten Krebserkrankung ausgeht ist größer als das, sich beim Arztbesuch z.B. mit dem Corona-Virus anzustecken. Wann aber sollte ich einen Hautarzt konsultieren? Priv.-Doz. Dr. H.-J. Schulze, Chefarzt der Dermatologie und Leiter des Hauttumorzentrums der Fachklinik Hornheide, legt allen Patienten die „3 F-Regel“ ans Herz: „Für den Fall, dass sich eine Hauterscheinung in Form, Farbe oder Fläche ändert, sollte eine umgehende Vorstellung bei einer Hautärztin oder einem Hautarzt erfolgen.“

 

Eine zweite wichtige Säule im Kampf gegen den Hautkrebs ist die Prävention, also die Vorbeugung durch Vermeidung übermäßiger Sonneneinstrahlung, insbesondere von Sonnenbränden. Zwar ist die Sonne wichtig für uns und unseren Körper, doch genießen sollte man sie in Maßen, auch wenn ein Auftanken an der Sonne so verführerisch ist und uns mit guter Laune und Energie versorgt. Denn leider wissen wir, dass die UV-Strahlung auf ungeschützter Haut zu Schäden führen kann, aus denen auch Jahrzehnte später noch Hautkrebs entstehen kann.

 

Sonne tanken – maßvoll und geschützt


Einfache Verhaltensregeln helfen dabei, die Gefahren, die mit der Sonneneinwirkung einhergehen, zu reduzieren und das individuelle Hautkrebsrisiko zu senken.


Den sichersten Schutz gegen Sonneneinstrahlung bietet eine dichte, aber luftige Kleidung, kombiniert mit einer Kopfbedeckung, zum Beispiel einem Sonnenhut, und einer Sonnenbrille für die besonders UV-empfindlichen Augen.


Die Haut, die nicht von Kleidung bedeckt ist, sollte mit einem auf den individuellen Hauttyp abgestimmten Sonnenschutzmittel reichlich eingecremt werden. Besonders die „Sonnenterrassen“ des Körpers wie etwa das Gesicht, die Ohren oder Schultern dürfen nicht vergessen werden. Auf ein Sonnenbad in der sehr starken und intensiven Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr sollte man komplett verzichten. Der richtige Umgang mit der Sonne kann so aktiv das Hautkrebsrisiko reduzieren.

 


Wann ist ein Muttermal ein Fall für den Hautarzt?

Um ein Muttermal richtig einschätzen zu können, hilft die ABCDE-Regel. Eine Hautveränderung gilt als verdächtig bei

 

A wie „Asymmetrie“, also einer ungleichmäßigen, sprich asymmetrischen Form des Hautflecks.

 

B wie „Begrenzung“. Das Muttermal weist „verwaschene“, unscharf oder ausgefranst begrenzte Ränder auf.

 

C wie „Colour“, dem englischen Wort für „Farbe“, also einer unterschiedlichen Färbung des Muttermals, zum Beispiel hellere und dunklere Bereiche in einem Pigmentmal oder ein ungleichmäßiges Farbverteilungsmuster.

 

D wie „Durchmesser“: Wenn das Mal größer als 5 mm an der breitesten Stelle ist und

 

E wie „Erhabenheit“, also das Hinausragen eines Muttermales über das Hautniveau hinaus.

 

Fällt eines dieser Kriterien bei der Selbstuntersuchung der eigenen Muttermale auf, sollte dieses Pigmentmal zeitnah einer Hautärztin oder einem Hautarzt gezeigt werden. Grundsätzlich gilt: Lieber einmal unnötig überprüfen lassen, als ein zu spät entdecktes Karzinom zu riskieren.

 

Unsere Expertin:


Lena Lammers ist Oberärztin der Abteilung für Dermatologie der Fachklinik Hornheide unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. H.-J. Schulze. Die Abteilung bietet die gesamte Dermatochirurgie mit operativer Entfernung von malignen und gutartigen Hauttumoren sowie dermatochirurgischer Behandlung angeborener und erworbener Fehlbildungen der Haut, unter Einbeziehung modernster Diagnostik und individueller Therapiestrategien (von der Chirurgie über die Strahlentherapie bis zur medikamentösen Behandlung). Neben verschiedenen Sprechstunden gibt es auch die Möglichkeit einer Video-Sprechstunde. Weitere Informationen oder einen Beratungstermin erhalten Betroffene telefonisch oder per E-Mail.

Fachklinik Hornheide
Abteilung für Dermatologie
Dorbaumstr. 300, 48157 Münster
0251/3287-560 oder -550
www.fachklinik-hornheide.de


Seit mehr als 85 Jahren steht in der Fachklinik Hornheide die Behandlung von bösartigen Erkrankungen der Haut und von der Haut ausgehenden, invasiven Tumoren im Mittelpunkt. Mehr als 1.000 neue Patienten mit einem Melanom der Haut und ein Vielfaches dieser Zahl an Patienten mit anderen Hauttumoren werden jährlich in der Fachklinik Hornheide behandelt. Damit gehört die Fachklinik Hornheide zu den deutschland- und weltweit größten Kompetenzzentren in diesem Bereich.

Foto: istock/Ridofranz


<< zurück
Münster von oben